Frühjahrsprüfung in Zülpich: Calle hat das Schlamm-Seepferdchen!

Die Frühjahrsprüfung in Zülpich ist ein fester Termin in unserem Prüfungskalender. Ein engagierter Verein, nette Leute, tolle Fährtenleger und tolles Gelände. Zülpich ist immer eine Reise wert!

Nur auf eines hat selbst der beste Verein keinen Einfluss und das ist das Wetter. So war es letztes Wochenende durchweg regnerisch uns sehr, sehr windig.

Calle und ich starteten in der Prüfungsstufe IGP-FH (vormals IPO-FH), an beiden Tagen gab es blanken gegrubberten Acker.

Während der Regen am Samstag vormittags aufhörte, wurde der Wind im Verlauf des Tages stärker. Calle ließ sich von alledem nicht irritieren und suchte als vorletzter Starter des Tages 96 Punkte.

Auch am Sonntag regnete es zunächst heftig, so dass alle Fährten einiges an Wasser abbekamen. Unsere Fährte war die Nummer 6, und schon vor dem Ansatz war klar, dass auf dieser Fährte eine besondere Herausforderung auf uns wartete. So entschied ich mich zur Freisuche, darauf vertrauend dass mein Hund das schafft wenn ich ihn nicht störe und die Leine sich beim Kreisen nicht verheddern kann.

Calle ging ruhig und konzentriert los, nach der ersten Geraden folgte der Bogen nach links und dann ein Winkel nach links auf den dritten Schenkel. Irgendwann wurde der ohnehin matschige Boden weicher und weicher. Es folgte der dritte Winkel, ebenfalls nach links, den Calle zunächst gut annahm, doch nach etwa einer Hundelänge versank er bis zum Bauch im Matsch und steckte fest. Calle arbeitete sich wieder aus dem Matsch und ging zurück, suchte nun einen anderen Weg, fand keinen, prüfte wieder in Richtung des Fährtenverlaufes zögerte aber diese Richtung noch einmal einzuschlagen. Nach verbaler Unterstützung ging er dann doch in den vierten Schenkel, der allerdings komplett „im Sumpf“ lag, so dass wir beide erhebliche Schwierigkeiten hatten voranzukommen. Einen mitten in diesem Bereich im Wasser liegenden Gegenstand überlief Calle. Auch der vierte Winkel lag „im Sumpf“, die Spur des Fährtenlegers war nur an den komplett mit Wasser vollgelaufenen Fußabdrücken zu erahnen. Auch mit diesem Winkel hatte Calle Probleme, suchte sich aber letztendlich in den Fährtenverlauf ein. Etwa in der Mitte dieses Schenkels normalisiert sich der Untergrund wieder und Calle gab Gas! Dabei überlief er leider erneut einen Gegenstand, die folgende Verleitung prüfte und verwarf er. Der erste spitze Winkel wurde einwandfrei genommen, die folgende zweite Verleitung ignoriert. Den anschließenden Gegenstand verwies Calle korrekt. Ich habe nochmal versucht beim Wiederansatz das Tempo einzufangen, aber Calle hatte offensichtlich genug und wollte die Sache nur noch hinter sich bringen. Die letzten beiden Winkel nahm er trotz des hohen Tempos korrekt, überlief aber auch den letzten Gegenstand….

Insgesamt waren es etwa 150 Meter, die auf dieser Fährte durch eine tiefliegende Stelle im Acker führten, in der sich durch die starken Regenfälle das Wasser gesammelt hatte. Mit der Folge dass der Schlamm streckenweise bei Calle bis an den Bauch und bei mir bis an das Ende des Stiefelschaftes reichte. Calle hat nicht aufgegeben, und auch wenn das mit der üblichen Fährtenarbeit nicht viel zu tun hatte: ich bin wahnsinnig stolz, dass wir dies geschafft haben. Die Leistungsrichterin bewertete die Arbeit fair mit 86 Punkten.

Gleich nach Beendigung der Fährtenarbeit wurde mir vom Verein mehrfach eine Ersatzfährte angeboten, ich wollte Calle nach diesem Abenteuer aber nicht noch eine lange Fährte zumuten. Wichtiger als eine höhere Punktzahl war mir die Erfahrung, dass ich mich auf meinen Hund verlassen kann, und dass wir gemeinsam auch das „unmögliche“ schaffen können. Das ist ein tolles Gefühl!

Nur eines ärgert mich: dass es von unserem Abenteuer keine Bilder gibt…..