Herbst!

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BSP Stemwede

Vom 2. bis 4. November nahmen Calle und ich an der Bundessiegerprüfung der Fährtenhunde im DVG teil, die diesmal in Stemwede an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen stattfand. Für Calle war es die dritte BSP in Folge, für mich die siebte Teilnahme.

Ich zog die Losnummer 7, das bedeutete Fährten an Freitag und Samstag. Freitags waren wir kurz nach Mittag dran. Calle ging vom Abgang konzentriert los und folgte dem Fährtenverlauf von der Saat in einen steinigen Acker in dem teilweise auch der Bogen lag, der über den Geländewechsel verlief. Nun ging es wieder bergab auf den ersten spitzen Winkel zu. Dieser konnte aufgrund des Fährtenverlaufes nur nach links gehen. Der Wind kam von rechts. Wider erwarten bog Calle nach rechts ab, prüfte, verwarf, prüfte, kam zurück, suchte erneut, verwarf….Erst nach einer gefühlten Ewigkeit orientierte er sich nach links, kam auf die Fährte und suchte weiter. Leider war er durch die Aktion aus dem Takt gekommen, die beiden nächsten Gegenstände wurden nicht gut verwiesen. Den zweiten spitzen Winkel nahm Calle ohne Probleme, ebenso den Rest der Fährte. Der Leistungsrichter vergab für diese Arbeit 88 Punkte, neben dem Problem am ersten spitzen Winkel bemängelte er zögerliches Verweisen und das kurze Prüfen einiger sehr tiefer Treckerspuren.

Die Frage nach dem Grund für Calles Probleme am ersten spitzen Winkel lies mich nicht los. Eine ganze Weile später beschloss ich, mir die Fährte noch einmal anzuschauen. Außer dem Hund war ja niemand über den Winkel gelaufen, und im weichen Boden war der Verlauf der Fährte sehr gut sichtbar. Auf dem Winkel stehend war schnell klar, welche harte Nuss Calle dort geknackt hatte: der Verleitungsleger war direkt über den spitzen Winkel in das Gelände gegangen! An der Spitze kreuzten sich zwei Spuren: die beiden Schenkel der Fährte und von rechts kommend die Spur des Verleitungslegers die dann über die Spitze und zwischen den beiden Schenkeln der Fährte bergauf führte!

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Calle sitzt direkt vor dem spitzen Winkel, die Spur des Verleitungslegers ist deutlich sichtbar

So hatte ich zwar eine Erklärung und einen Grund stolz auf die Leistung meines Hundes zu sein, die 88 Punkte waren aber zugegebenermaßen unter diesen Umständen ein enttäuschendes Ergebnis.

Am Samstag waren wir spät Nachmittags dran, diesmal lag die Fährte überwiegend in braunem Acker ohne Bewuchs. Calle ging auch hier konzentriert los, überlief aber leider den ersten Gegenstand. Ansonsten meisterte er die Fährte ohne Probleme, auch die in diesem Gelände „gefährlichen“ Verleitungen waren kein Thema. Wieder bemängelte der Leistungsrichter das zögerliche Verweisen und vergab am Ende 91 Punkte.

Am Ende erreichten wir mit 179 Punkten Platz 22. Nur ein Punkt fehlte uns zur Gesamtnote „sehr gut“…

Mein besonderer Dank gilt dem HSV Westrup Stemwede, der die Ausrichtung dieser BSP kurzfristig übernommen hatte, und eine rundum tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt hat! Chapeau!

Für uns gilt: nach der BSP ist vor der BSP und hoffentlich sind wir nächstes Jahr wieder dabei!

Und immer wieder: Südtirol

Im September waren Calle und ich zum Wandern in Südtirol! Auch wenn das Wetter etwas unbeständig war haben wir viele tolle Wanderungen gemacht.

Auch das jährlich Foto am Oberkofl Hof durfte natürlich nicht fehlen. Leider gibt es in diesem Jahr nur Fotos vor der Stalltür, denn die Kälber, die den Stall nutzen können, waren nicht bereit für unser Shooting Platz zu machen.

Mizzi, die Hofwächterin und Calles „große Liebe“ wollte auch mit aufs Foto, aber Calle – ganz professionelles Model – lies sich vom Posieren nicht so einfach abhalten!

Lipperose FH-Pokal – immer für eine Überraschung gut!

Am Wochenende waren Calle und ich beim Lipperose FH-Pokal in Herzfeld. Der Lipperose Pokal hat für uns bisher immer eine Überraschung bereit gehalten! Wer Sahnegelände und einfache Fährten sucht ist dort verkehrt, wer professionell gelegte anspruchsvolle Fährten möchte, der ist hier richtig.

Und auch dieses Jahr war es so, besonders der Verlauf der ersten Fährte hat Calle ziemlich ins Grübeln gebracht. Die Fährte hatte zwei Geländewechsel über einen Wiesenweg. Während der erste Wechsel gerade verlief, ging der zweite Wechsel sehr schräg über den Weg, da er nach dem ersten spitzen Winkel kam. Und nicht genug, in der Nähe lag auch noch die Verleitung, und ein Spaziergänger mit Hund (kein Prüfungsteilnehmer) war dort über die Fährte gelaufen.

Calle driftete beim Wegübergang nach rechts und kam so von der Fährte ab. Beim Kreisen muss er in die Spur des Verleitungslegers geraten sein, die er prüfte aber „verwarf“. Nachdem er gerade über den Weg und vor dem Weg keine Fährte fand, kam er zu mir zurück, nahm die Fährte erneut auf und ging auf der Fährte schräg über den Weg. Alles selbstständig und ohne meine Hilfe.

Eine beeindruckende Leistung lobte uns der Leistungsrichter, kein geringerer als Michael Tomczak, und vergab für diese Leistung 95 Punkte.

Am Sonntag hatten wir wieder Wechselgelände, diesmal aber ohne Weg. Zweimal ging es von gegrubbertem Stoppelacker mit leichtem Bewuchs in groben braunen Acker und zurück. Auch diese Fährte hielt einige Überraschungen bereit, die Calle aber nicht irritieren konnten. Für diese Arbeit erhielten wir 96 Punkte.

Mit gesamt 191 Punkten belegten wir am Ende den zweiten Platz von neun Startern, ein Ergebnis mit dem ich sehr zufrieden bin.

Schön war’s, nächstes Jahr sind wir wieder dabei!

Rot die Fährte, grün der Weg, gelb der Weg des Verleitungslegers. Wahrlich eine kniffelige Aufgabe!

Bilder von der zweiten Fährte:

Fährtenupdate

Das Wetter macht es uns ziemlich schwer dieses Jahr! Seit Wochen ist es heiß und trocken. Bis vor zwei Wochen gab es nur dürre Wiesen, jetzt zur Abwechslung staubtrockene Äcker.

So ziehen wir Abends, wenn die Sonne untergegangen ist los. Gottseidank habe ich Flächen auf denen das möglich ist und wo wir keinen Jagdpächter im Ansitz stören.

Gestern hatten wir endlichmal wieder eine Fährte zu normaler Tageszeit. Doris hat gekonnt wie immer den Acker voll ausgenutzt, und obwohl es in Montabaur vor kurzem geregnet hatte: feucht war auch hier wieder nix.

Eine tolle Fährte, 1300 Meter lang. Danke Doris!