Und Ihr so?

Diese Jahr ist es verrückt mit dem Gelände. Anfang Juni sind die Heuwiesen noch nicht gemäht, die Silowiesen schon wieder zu hoch. So bin ich heute bei angenehm kühlem Fährtenwetter nochmal auf den Maisacker. So gaaanz ohne geht es halt nicht. Wenn das Wetter wieder mal besser ist, wird zumindest der zweite Schnitt für’s Silo gemacht und dann gibt es endlich wieder genug Gelände 🙂 . Das „Steh“ sitzt auf jeden Fall (klasse Wortspiel)!

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Fährtentraining

Momentan noch mit viel Futterbestätigung am Gegenstand, die baue ich jetzt langsam ab, um mehr Ruhe rein zu bekommen.

Die Sache mit den Gegenständen

„Überzeugend“ sollen Gegenstände verwiesen werden, aber was genau ist eigentlich „überzeugend“? Nun, für die meisten Leistungsrichter gehört dazu definitiv auch „schnell“ und genau das ist (oder besser war) unser Problem. Denn Calle sucht sehr langsam, und ein Hund der langsam sucht kann am Gegenstand nicht wie ein Klappmesser zusammenfallen. So haben wir immer wieder Punkte an den Gegenständen verloren, eben weil Calle nach Meinung der Richter zu langsam hingelegt hat. Und manchmal da war es auch wirklich zu langsam.

Aus diesem Grund habe ich schon länger darüber nachgedacht, Calle auf stehendes Verweisen umzustellen. Denn zu langsam stehenbleiben gibt es nicht. Wer steht der steht. Eigentlich wollte ich die Winterpause für die Umstellung nutzen, aber dann habe ich es irgendwie doch wieder nicht gemacht. Immerhin: abseits der Fährtenarbeit habe ich mit Calle Positionswechsel Sitz/Down/Steh als Vorarbeit auf eine dann doch vielleicht irgendwann anstehende Umstellung geübt.

Bei den Frühjahrsprüfungen kam es wie es kommen musste: zögerliches Verweisen hat uns wieder unnötig Punkte gekostet. Einen Tag nach der Prüfung in Meppen bin ich es dann endlich angegangen: die Umstellung auf stehendes Verweisen.

Calle hat die Umstellung erstaunlich gut angenommen und als uns letzte Woche das Wetter unterstützt hat – es war regnerisch, nass und matschig – hat Calle das erste Mal „Steh“ ohne Hörzeichen angeboten. Hat ja schließlich bei so einem Wetter auch Vorteile aus Sicht des Hundes.

Eben komme ich aus unserer Fährte am 1. Mai zurück: Calle hat 18 Gegenstände alleine, sicher und ruhig stehend verwiesen 😊. Obwohl es sonnig und trocken war.

Läuft sag ich mal. Bis zum Herbst kann sich das festigen und dann: nie wieser zögerliches Verweisen!!

Bin gespannt wo wir dann die Punkte an den Gegenständen lassen.

Frühjahrsprüfung in Meppen

Drei Wochen nach Zülpich ging es zur zweiten Prüfung dieses Frühjahr nach Meppen, wo Calle und ich wieder in der Prüfungsstufe IGP-FH starteten.

Nachdem es im Meppen die ganze Woche über heftig geregnet hatte, wurde es rechzeitig zum Wochenende warm. Sehr warm, sehr plötzlich und sehr schnell. Samstag erreichte das Thermometer 17 Grad bei überwiegend bedecktem Himmel, am Sonntag kam die Sonne dann schon früh raus und heizte die Luft auf über 20 Grad auf. Die Hundeführer haben das schöne Wetter genossen, aber zum Fährten ist es natürlich eher ungünstig. Hinzu kam noch, dass die Saat schon recht hoch war und ein kräftiger Wind blies. So waren die Fährten durchaus anspruchsvoll, denn es war für die Hunde unter diesen Verhältnissen nicht einfach in dem hohen Bewuchs die Bodenverletzung genau zu lokalisieren.

Mit 98/96 gesamt vorzüglich 194 Punkten belegten wir den ersten Platz von 9 Startern, worauf ich natürlich sehr sehr stolz bin. Well done Callemännchen!

Und natürlich danke für die Bilder Betty!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frühjahrsprüfung in Zülpich: Calle hat das Schlamm-Seepferdchen!

Die Frühjahrsprüfung in Zülpich ist ein fester Termin in unserem Prüfungskalender. Ein engagierter Verein, nette Leute, tolle Fährtenleger und tolles Gelände. Zülpich ist immer eine Reise wert!

Nur auf eines hat selbst der beste Verein keinen Einfluss und das ist das Wetter. So war es letztes Wochenende durchweg regnerisch uns sehr, sehr windig.

Calle und ich starteten in der Prüfungsstufe IGP-FH (vormals IPO-FH), an beiden Tagen gab es blanken gegrubberten Acker.

Während der Regen am Samstag vormittags aufhörte, wurde der Wind im Verlauf des Tages stärker. Calle ließ sich von alledem nicht irritieren und suchte als vorletzter Starter des Tages 96 Punkte.

Auch am Sonntag regnete es zunächst heftig, so dass alle Fährten einiges an Wasser abbekamen. Unsere Fährte war die Nummer 6, und schon vor dem Ansatz war klar, dass auf dieser Fährte eine besondere Herausforderung auf uns wartete. So entschied ich mich zur Freisuche, darauf vertrauend dass mein Hund das schafft wenn ich ihn nicht störe und die Leine sich beim Kreisen nicht verheddern kann.

Calle ging ruhig und konzentriert los, nach der ersten Geraden folgte der Bogen nach links und dann ein Winkel nach links auf den dritten Schenkel. Irgendwann wurde der ohnehin matschige Boden weicher und weicher. Es folgte der dritte Winkel, ebenfalls nach links, den Calle zunächst gut annahm, doch nach etwa einer Hundelänge versank er bis zum Bauch im Matsch und steckte fest. Calle arbeitete sich wieder aus dem Matsch und ging zurück, suchte nun einen anderen Weg, fand keinen, prüfte wieder in Richtung des Fährtenverlaufes zögerte aber diese Richtung noch einmal einzuschlagen. Nach verbaler Unterstützung ging er dann doch in den vierten Schenkel, der allerdings komplett „im Sumpf“ lag, so dass wir beide erhebliche Schwierigkeiten hatten voranzukommen. Einen mitten in diesem Bereich im Wasser liegenden Gegenstand überlief Calle. Auch der vierte Winkel lag „im Sumpf“, die Spur des Fährtenlegers war nur an den komplett mit Wasser vollgelaufenen Fußabdrücken zu erahnen. Auch mit diesem Winkel hatte Calle Probleme, suchte sich aber letztendlich in den Fährtenverlauf ein. Etwa in der Mitte dieses Schenkels normalisiert sich der Untergrund wieder und Calle gab Gas! Dabei überlief er leider erneut einen Gegenstand, die folgende Verleitung prüfte und verwarf er. Der erste spitze Winkel wurde einwandfrei genommen, die folgende zweite Verleitung ignoriert. Den anschließenden Gegenstand verwies Calle korrekt. Ich habe nochmal versucht beim Wiederansatz das Tempo einzufangen, aber Calle hatte offensichtlich genug und wollte die Sache nur noch hinter sich bringen. Die letzten beiden Winkel nahm er trotz des hohen Tempos korrekt, überlief aber auch den letzten Gegenstand….

Insgesamt waren es etwa 150 Meter, die auf dieser Fährte durch eine tiefliegende Stelle im Acker führten, in der sich durch die starken Regenfälle das Wasser gesammelt hatte. Mit der Folge dass der Schlamm streckenweise bei Calle bis an den Bauch und bei mir bis an das Ende des Stiefelschaftes reichte. Calle hat nicht aufgegeben, und auch wenn das mit der üblichen Fährtenarbeit nicht viel zu tun hatte: ich bin wahnsinnig stolz, dass wir dies geschafft haben. Die Leistungsrichterin bewertete die Arbeit fair mit 86 Punkten.

Gleich nach Beendigung der Fährtenarbeit wurde mir vom Verein mehrfach eine Ersatzfährte angeboten, ich wollte Calle nach diesem Abenteuer aber nicht noch eine lange Fährte zumuten. Wichtiger als eine höhere Punktzahl war mir die Erfahrung, dass ich mich auf meinen Hund verlassen kann, und dass wir gemeinsam auch das „unmögliche“ schaffen können. Das ist ein tolles Gefühl!

Nur eines ärgert mich: dass es von unserem Abenteuer keine Bilder gibt…..